Nur fliegen ist schöner – die Lust des Jürgen Resch am Verbieten

von CHRISTIAN NIKOLAI

Ich habe ein Herz für gallische Dörfer und für Menschen, die den Kampf David gegen Goliath aufnehmen, auch wenn dieser noch so  aussichtslos erscheinen sollte. …Menschen, die sich für eine „gute Sache“ engagieren – egal ob sozial, oder ökologisch – sind mir  sympathisch. Ich denke, wären Jürgen Resch und ich im selben Alter, hätte ich mit ihm als junger Zivi bestimmt ein Bierchen  getrunken und mit ihm über die Rettung von Greifvögeln durch das durch ihn erwirkte Verbot des Mäusegifts Endrin gesprochen. Ich  hätte ihn als Held bewundert für dieses herausragende Engagement für den Umwelt- und Naturschutz, das ihn in den folgenden  Jahren stets begleitete.  

Auch während seines Studiums der Verwaltungswissenschaften engagierte Resch sich weiter für ökologische Projekte.  Grundsätzlich gilt ihm dafür Respekt, aber irgendwann muss sich seine Motivation in dieser Zeit verändert haben. Leider wurde  damals bei dem jungen Studenten Jürgen nämlich scheinbar der falsche Schalter umgelegt, wie bei einem Pawlowschen Hund. Statt  des Engagements für die Sache, wurde offensichtlich der Erfolg bei der Durchsetzung seiner Projekte das Ziel – der Rausch der  Macht!  

Immer größere Herausforderungen erforderten auch immer energischere Maßnahmen, sodass er 1988 sein Studium ohne Abschluss  beendete und Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe in Vollzeit-Anstellung wurde. In diesem Moment wiederholte sich, was wir  bisher nur aus Star Wars kannten:  

Die Macht hat zwei Seiten. Die helle Seite – im Film repräsentiert durch die „Jedi-Knights“ und die dunkle Seite der Macht –  repräsentiert durch die „Sith-Lords“. Während Luke Skywalker noch im letzten Moment den Absprung schaffte und so zum Held der  Jedi wurde, verfiel der junge Padawan-Schüler Resch den Verlockungen der Sith-Lords, die ihm wohl Macht, Einfluss und  Unbesiegbarkeiten versprachen.  

Er trat der „Dark Side of the Force“ bei, um sich an dem inzwischen enormen Einfluss und der Macht der DUH, Gesetze zu beeinflussen,  Verbote zu kreieren und Bußgelder erheben zu können zu berauschen. An dieser Stelle sei festgehalten, dass Resch nach Abbruch  seines Studiums nie wieder ein Studium absolvierte und somit in annähernd jeder Verhandlung, an der er teilnimmt, stets der Laie  am Verhandlungstisch bleibt.  

Ob er Silvester-Böller verbieten, oder die Deutsche Auto-Industrie auf ihre Schummeleien beim Diesel-Gate Skandal aufmerksam  macht – er tut dies mit absolutistischem Habitus, so wie unlängst in einem Post der DUH auf ihrer Homepage. Er kritisiert nicht, er  klagt nicht an und argumentiert auch nicht: Er kündigt an, ein Verbot – im konkreten Fall das Tempolimit durchzusetzen – und zwar  ungeachtet bisheriger Beschlüsse, Ablehnungen durch den Bundestag oder einer rechtlich vertretbaren Grundlage.  

Die Nerven muss man erstmal haben, wenn man aus fachlicher Sicht völlig unvorbelastet ist und einem eingetragenen Verein nach  Deutschem Vereinsrecht mit 113 Mitarbeitern, 448 stimmberechtigten Mitgliedern (Quelle: Deutsche Umwelthilfe; Stand 23.09.2020),  sowie einem in den letzten Jahren regelmäßig sieben- bis achtstelligem Umsatz vorsitzt. Unser örtlicher Kegelverein ist zwar größer,  aber solche Umsätze, Gehälter und Allmachtsphantasien sind mir dort bisher noch nicht Ohren gekommen. 

Dass Resch als Vorstandsvorsitzender und sechs weitere Führungskräfte im Schnitt etwa 110.000 Euro pro Jahr, die übrigen  Mitarbeiter durchschnittlich 49.000 Euro verdienen, sei nur am Rande erwähnt. (Stand: 01.02.2019; Quelle: Wirtschaftswoche online).  

Ebenso mindestens augenbrauenhebend ist der Umstand, dass Resch sich – ganz klimabewusst und zeitgeistig – einen TESLA als  Dienstwagen gönnt. Allerdings nicht für jede Strecke. Der Abschluß-Absatz des Portraits über Jürgen Resch, online erschienen am  01.12.2018 in der Berliner Zeitung somit vor Übernahme seines neuen E-Dienstwagens lässt mir dann allerdings doch direkt die  Kaffeetasse aus der Hand fallen:  

 Nur Fliegen ist schöner

DUH-Chef Resch selbst fährt übrigens einen elektrischen Renault Zoe, zur Überbrückung, bis der Tesla kommt, auf den er schon seit  Jahren wartet. Die Strecke vom Berliner Büro der DUH am Hackeschen Markt bis nach Radolfzell am Bodensee, wo die DUH Verwaltung sitzt und Reschs Familie lebt, fährt er allerdings weder mit Auto noch Bahn. Er fliegt, mindestens zwei bis dreimal im  Monat. Eigentlich eine Umweltsünde höchsten Grades. „Lässt sich leider nicht vermeiden“, sagt er. Wer das große Ganze im Blick  hat, den darf das Klein-Klein wohl nicht stören. […] 

Resch dürfte somit der einflussreichste, bestverdienende, ungelernte Arbeitnehmer in Deutschland sein – sehen wir von illegalen  Beschäftigungen und Führungspositionen im Rotlichtgewerbe mal ab. Dem subjektiven Eindruck nach scheint er nach einem Credo  gemischt aus Marie Antoinettes Haltung zu Kuchen und Brot, sowie Ludwig XIV´s Verständnis von Hofkultur zu leben und zu arbeiten.  

Dass die DUH von Unternehmen wie z.B. Toyota finanziell unterstützt wurde und wird, ist kein Geheimnis. Fehlende Transparenz kann  man der DUH nun wirklich nicht unterstellen. Die Frage ist aber, wer fördert – und warum? Was passiert, wenn morgen ein  Energiekonzern die DUH finanziell unterstützt? Wird sie sich dann für den Ausbau der Atomenergie so stark machen, wie für die  Elektromobilität, die zudem in Zukunft einen enorme Strombedarf haben dürfte?  

Resch zeigt jedenfalls leider keinerlei Gesprächsbereitschaft mit Vertretern alternativer Energiekonzepte, die die DUH auch nicht  fördern. Gibt es hier evtl. einen Zusammenhang? …aber das ist nur ein Gedankenspiel von mir und keinesfalls als eine böswillige  Unterstellung zu verstehen.  

Für die Rettung des Klimas – und zwar des globalen Klimas – können wir uns keine ideologisch geführten Grabenkämpfe eines mit  enormer Macht ausgestatteten Laien gegen die Industrie leisten. Nur der legendäre, deutsche Ingenieursgeist gepaart mit dem  Nachhaltigkeitsprinzip und seinen drei ökologischen, ökonomische sowie sozialen Säulen kann uns weiterbringen.  

Resch steht hier auf der Bremse und arbeitet gegen die Wirtschaft, statt mit ihr, indem er alles was ihm nicht passt verbieten will.  Wenn er mit Wirtschaftsvertretern spricht, bekommt das Ganze den Anschein einer Audienz, bei der Resch allerdings nur die  Forderungen der DUH präsentiert und dann über „gut und böse“ befindet. So macht man sich keine Freunde und hilft auch nicht  seinem Heimatland bei der Bewältigung der Klimakrise, während man zusätzlich noch mitten in der größten Pandemie seit hundert  Jahren steckt. Ein Patriot scheint Resch also auch nicht wirklich zu sein.  

Jürgen Resch wird mit großer Wahrscheinlichkeit Einzug in die Geschichtsbücher kommender Generationen halten. Ich frage mich  dieser Tage, als was? Für mich persönlich gehört er zu den größten Verhinderern eines nachhaltigen Fortschritts, der allerdings  verstanden hat, wie man mit nichts in der Hand Millionen Umsätze machen kann. Dafür mein (Teil-) Respekt.  

Es wird Zeit, dass die Politik dies erkennt und der DUH ihre umfassenden Befugnisse entzieht. Wir stecken bin zu Hals im Schlamassel  und brauchen im Moment jeden, der beim Ziehen hilft und nicht den Karren weiter in den Matsch schiebt.  

Hoffen wir also, dass die vernünftigen Stimmen in der CDU ihre bisher zaghafte Kritik an der DUH lauter werden lassen und auch  dann nicht verstummen, wenn sie mit den Grünen ab 2021 koalieren müssen. Aber das ist ein anderes Thema und Gruselgeschichten  gehören auch nicht in die Vorweihnachtszeit.

Christian Nikolai war über 20 Jahre in der Zentrale der Daimler AG und bei Mercedes-Benz Händlern in verschiedenen Funktionen im Marketing, Vertrieb sowie mit dem Aufbau von ClassicPartner Sparten beschäftigt. Heute ist Christian als freiberuflicher Unternehmensberater mit seiner Firma RaumLenker MotorConsult tätig, die sich unter dem Leitbild „Zukunft braucht Herkunft“  auf die Entwicklung von Kommunikations- und Vertriebskonzepten für die Automobilindustrie spezialisiert hat. Er schreibt für Online-Formate wie Drehmoment regelmäßig Artikel zu unterschiedlichen Automotive-Themen. Unter anderem setzt er sich für den Bio-Treibstoff Jatropha-Öl ein.

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