Alt und neu – ich bin dabei!

Von GUIDO BELLBERG

Vor einigen Tagen hatte ich an einem sonnigen Tag die schöne Gelegenheit, zuerst in einem Mercedes W 124 Coupé und kurze Zeit später in einem Hondas Civic Typ R zu fahren, bzw. mitzufahren. Das eine ein beliebter Oldtimer mit Heckantrieb und bescheidenen 136 PS, das andere ein flammneuer Kompaktsportwagen mit Frontantrieb und rund 300 PS. Beide Autos sind in dem, was sie tun und wozu sie konstruiert sind, recht gut.

Der Mercedes ist, auch wenn dieses Exemplar mit einem sportlicheren Fahrwerk ausgestattet war, ein Cruiser, der auch auf längeren Strecken nicht unbequem wird. Allerdings können die Windgeräusche und – einer Automatik mit aus heutiger Sicht viel zu wenig Gängen sei Dank – auch die Motorengeräusche bei höheren Geschwindigkeiten schon nerven und sind mit modernen Luxusfahrzeugen einfach nicht zu vergleichen. Für große Menschen, die eine aufrechte Sitzposition bevorzugen, ist außerdem – dank Schiebedach und niedriger Seitenlinie – nach oben hin schnell das Limit erreicht. Da hilft nur entspannt liegen und die Fahrt genießen.

Type-R im Racetrim | Foto: Honda
Three in three for Type R: British Touring Car champion, Matt Neal, takes third lap record of ‘Type R Challenge 2018’ at Silverstone GP circuit

Der Honda wiederum kann, obwohl kein bisschen schlecht gestaltet, optisch nicht ganz so begeistern. Ganz anders das Auto selbst: Hier gelingt der Spagat zwischen sportlichem und bequemem Sitzen und das Fahrwerk lässt die Wahl zwischen entspannt dahin gleiten oder volle Attacke reiten. Obwohl der getunte Kompaktwagen erstaunliche Kurvengeschwindigkeiten und Beschleunigungen zulässt und gute 270 km/h fährt, ist er kein reines, kompromissloses Sportgerät. Das hat Honda prima hinbekommen.

Die entscheidende Erkenntnis dieses Tages, an dem ich auch noch verschiedene historische englische Roadster und einen sehr seltenen Aston Martin anschaute, ist so eindeutig nicht. Trotzdem der Versuch eines Fazits: Wir lieben Oldtimer und wollen niemals auf sie verzichten. Im Bereich des sportlichen (oder sehr sportlichen) Fahrens hingegen hat sich technisch wirklich sehr viel getan. Im Jahr 2018 bekommt man mit dem Type-R für knapp 40.000,- € ein Auto, das es mit jedem älteren Sportwagen locker aufnehmen kann. Mehr Performance für weniger Geld geht kaum. 

Was bleibt also? Ganz einfach, man muss sich einfach beides zulegen. Und vielleicht noch eine Youngtimer-Luxuslimousine, einfach für lange Strecken. Und dann noch einen Bus, gerne amerikanisch, falls Mann oder Frau Camping mag, aber einfach zu faul ist, das Zelt aufzubauen. 

Jedes Auto mehr wäre ja auch übertriebener Luxus. Außer vielleicht noch einen Beach Buggy für den Sommer am Strand oder ein italienisches Cabriolet für die Großstadt. Mehr braucht man dann aber wirklich nicht. Oder vielleicht doch noch einen Range Rover für Großeinkäufe oder einen Pickup zum Surfen oder, oder, oder …

[Foto Mercedes: Guido Bellberg, Foto Honda: Honda]

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